Schmiede- und Schlossermuseum

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Schmiede- und Schlossermuseum
Alleestraße 23
66773 Schwalbach

Das Kompressorenhaus auf dem heutigen Gelände der Schule am Eisenbahnschacht in Schwalbach ist das letzte noch unverfälscht erhaltene Gebäude der einst weitläufigen Grubenanlage Griesborn. Es wurde Mitte des vergangenen Jahrhunderts errichtet und war bis zur Stilllegung des Griesbornschachtes im Jahre 1950 in Betrieb. Im Rahmen einer feierlichen Eröffnung wurde das Schmiede- und Schlossermuseum am 28. Mai 1999 erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.
Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich aus dem Schmiedeberuf immer mehr das Schlosserhandwerk. Ihm folgte der Maschinenbauer und Landmaschinenschlosser. Beide Berufe, aus denen später die heutigen Metallberufe hervorgegangen sind, gehören zu traditionellen Handwerksberufen im von Kohle und Stahl geprägten Saarland.

Die alte Schmiede-Esse mit Blasebalg, Amboss, Biegewalze, Stauchmaschine, Biegehorn, Ständer- und Tischbohrmaschine sowie den Werkzeugen wie Schmiedezangen, Schmiedehämmern, Gesenke, Nageleisen, Lochplatte und Locheisen usw. zeigen, wie die Handwerkergenerationen vor uns gearbeitet haben. In der Schmiede wurden alle Geräte und Werkzeuge für die Landwirtschaft wie Pflüge, Eggen und Beschläge für Waagen, Kutschen, Hufeisen und Nägel für den Pferdebeschlag, Handarbeitsgeräte für Landwirtschaft und Garten, aber auch Geländer, Ziergitter, Schrauben und Haken sowie Werkzeuge für Steinmetze gefertigt und instand gehalten. Bei den Exponaten handelt es sich ausnahmslos um handbetriebene Maschinen aus dem 18. und 19. Jahrhundert, die noch alle einsatzfähig sind, obwohl mit ihnen weit über hundert Jahre gearbeitet wurde.
Ein weiterer Teil des Museums zeigt Geräte und Apparate für das Schmelzschweißen von Eisen und Metallen. Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Schmelzschweißen mit Gas und Sauerstoff erfunden. Die hier gezeigten Apparate sind Gasentwickler, die mit Karbit und Wasser das Gas für das Schmelzschweißen erzeugten. Desweiteren ist ein Elektro-Schweißautomat aus dem Jahre 1936 ausgestellt, der ebenfalls noch einsatzfähig ist. Der Besucher sieht außerdem Maschinen und Werkzeuge des Klempner- und Feinblechnerhandwerks.
In der oberen Etage des Museums sind Maschinen, Werkzeuge und Handgeräte aller eisenverarbeitenden Handwerke zu sehen, insbesondere auch „Kruppe-Standbohrmaschinen“ aus dem 19. Jahrhundert.

In der Eingangshalle und rechts unter der Empore sind Maschinen ausgestellt, die überwiegend in der Zeit von ca. 1880 bis in die Zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts gebaut wurden und schon zu den Berufen der Schlosser und Maschinenbauer gehörten. Zu sehen sind Bohrmaschinen, Bügelsägen, Schleif-, Dreh- und Fräsmaschinen, alle in verschiedenen Größen, Fabrikaten und Ausführungen. Sie wurden ausschließlich über Transmissionen betrieben. Dies sind Anlagen zur Verteilung der Kraft einer Kraftmaschine aus mehreren Arbeitsmaschinen. Bei der Deckenansicht handelt es sich überwiegend um eine Original-Transmission, die fast 80 Jahre lang Maschinen betrieben hat. Angetrieben wurde sie durch einen Elektro-Schleifringmotor von ca. 8 – 10 PS. Die Kraftübertragung erfolgte über Lederriemen, die über Holzscheiben verschiedener Größe auf Stahlwellen verschraubt sind. Gehalten wurden diese Wellen durch Lagerblöcke, die mit einem Gleitlager und zum Schmieren mit Staufer-Büchsen ausgerüstet waren. Die weitere Kraftübertragung erfolgte wiederum über Lederriemen zu den einzelnen Maschinen, die alle mit Stahlriemenscheiben sowie Vorgelege mit Ein- und Ausrückvorrichtung ausgerüstet sind. Die Maschinen neuerer Bauart sind überwiegend schon mit eigenen Elektromotoren ausgerüstet und waren deshalb nicht mehr von Transmissionen abhängig. In den Anfängen der Maschinisierung erfolgte der Kraftantrieb der Transmissionen mittels Wasserkraft, später über Wasserturbine und Dampfmaschine.

In der oberen Etage des Museums sind Maschinen, Werkzeuge und Handgeräte aller eisenverarbeitenden Handwerke zu sehen, insbesondere auch „Kruppe-Standbohrmaschinen“ aus dem 19. Jahrhundert. Den Werdegang der ehemaligen Kohlengrube „Am Eisenbahnschacht“ in Griesborn kann der Besucher des Schlosser- und Schmiedemuseums auf der Veranstaltungsbühne anhand zahlreicher Fotografien verfolgen. Das Museumsgebäude selbst gehörte als Kompressorenhaus zu der damaligen Grubenanlage und war bis 1950 in Betrieb. Der in der Außenanlage ausgestellte Druckluftkompressor weist auf die ursprüngliche Nutzung des Gebäudes hin. Bei den übrigen auf dem Außengelände ausgestellten Maschinen handelt es sich um eine Tiefziehpresse mit einer Druckkraft von ca. 100 t (Baujahr Ende 19. Jahrhundert), mehrere Eisentorpressen, zwei Schmiedehämmer, zwei größere Drehmaschinen sowie landwirtschaftliche Geräte.